🚀 Einleitung: Programmieren ist wie eine neue Sprache lernen

Stell dir vor, du willst Spanisch lernen. Am Anfang verstehst du nur „Hola“ und „Gracias“, aber mit der Zeit begreifst du, wie Sätze aufgebaut sind, wann man welches Wort benutzt und wie man sich klar ausdrückt.

Programmieren ist ganz ähnlich.
Nur dass du in diesem Fall nicht mit Menschen redest, sondern mit einem Computer. Und dieser Computer ist ziemlich genau – aber auch extrem dumm.

Warum dumm?
Weil du ihm ALLES sagen musst.
Er denkt nicht mit, er interpretiert nicht, er fragt nicht nach.
Wenn du ihm sagst „Mach das Fenster auf“, wird er das vielleicht tun – aber nur, wenn du ihm vorher erklärt hast, was „Fenster“ ist, wo es sich befindet, wie man es öffnet und wann.

Learning by doing

Programmieren ist anstrengend, das ist ein Fakt. Man hat vorallem am Anfang Probleme, es funktioniert nicht so wie man will oder es geht gar nix.
Der Schlüssel hierbei ist, probieren und dran bleiben.
"So oft gegen die Wand fahren, bis man es versteht"
Irgendwann hat man so viele Probleme gehabt und gelöst, dass man es versteht.

Das ist Programmieren:
Dem Computer Schritt für Schritt erklären, was er tun soll – ohne Spielraum, ohne Interpretation.


Wo kann ich am besten programmieren?

Ich persönlich rate Visual Studio Code. Es ist eine vielseitige Umgebung zum programmieren, sieht schön aus und hat einige coole Dinge die das Programmieren einfacher machen!

Sobald ihr es installiert habt, erstellt einen Ordner (zum Beispiel auf eurem Desktop oder im ‚Dokumente‘ Ordner), hier erstellen und speichern wir alle Dateien an denen wir arbeiten.

Geht in VSCode oben links auf File und Open Folder.
Öffnet den Ordner den ihr erstellt habt.

Erstellt eine neue Datei namens main.py. Dannach geht ihr oben in der Leiste auf Terminal und New Terminal.

Das sollte dann unten die Konsole öffnen.

Ihr solltet ebenso die Python Erweiterung in VSCode installieren. Dafür geht ihr auf das „Erweiterungen“ Icon an der Seite:

Installiere nun das Python Extension Pack:

Dies alles wird in diesem Teil noch nicht gebraucht, doch habe ich es euch mal gezeigt. Nun habt ihr eine Datei erstellt welche als Python Code ausgeführt werden kann und ein Terminal/eine Konsole offen mit welcher ihr das Skript ausführen könnt.

Jedoch könnt ihr jeden Code den ich hier im Teil1 bereits zeige dort testen.
Wenn ihr Code kopiert und in die Datei eingefügt habt, drückt Speichern oder gewöhnt euch besser gleich an CRTL+S zu drücken wenn ihr was geändert hat.

Als ersten Test schreibt ihr folgendes in die main.py:

Dannach gebt ihr in der Konsole/dem Terminal python3 main.py ein.

Wenn ihr Python noch nicht installiert habt, wird nach diesem Befehl erstmal (auf Windows) der Microsoft Store aufgehen, installiert es und startet besser euren PC neu um sicher zu gehen.
Es wird geraten die neuste Version (Derzeit 3.13) zu installieren.
Für Linux nutzt bitte Google 🙂

Herzlichen Glückwunsch, ihr habt somit euer aller erstes Programm geschrieben!
Ja, das all-bekannte Hello, World! ist ein Programm welches in vielen Schulungen als erstes Programm verwendet wird.


Wichtiger Hinweis zu Einrückungen (Spacing) in Python

Python ist eine Programmiersprache, die sehr großen Wert auf Einrückungen und Abstände legt. Anders als in vielen anderen Sprachen erkennt Python Blöcke (wie Schleifen oder Bedingungen) nicht anhand von Klammern, sondern ausschließlich anhand der Einrückung (z. B. Leerzeichen oder Tabs).

Das bedeutet:
Wenn du z. B. bei einer if-Bedingung oder einer Schleife den inneren Block nicht korrekt einrückst, wird dein Programm entweder einen Fehler anzeigen oder sich unerwartet verhalten.

Automatisches Formatieren in Visual Studio Code:

Falls du Visual Studio Code nutzt, kannst du dir das Leben leichter machen:
Nachdem du die passende Python-Erweiterung installiert hast, kannst du einfach die Tastenkombination:

ALT + SHIFT + F

drücken – dadurch wird dein Code automatisch richtig formatiert, inklusive der richtigen Abstände und Einrückungen.

So vermeidest du viele typische Anfängerfehler!


🧳 Was muss ich alles mitbringen?

Bevor du überhaupt mit dem Programmieren loslegst, fragst du dich vielleicht:

„Bin ich dafür überhaupt geeignet?“

Hier kommt die gute Nachricht:
Du musst kein Mathe-Genie, kein Technik-Nerd und kein Computer-Profi sein.
Was du brauchst, ist etwas ganz anderes:

🧠 Die richtige Denkweise

Programmieren ist nicht nur wie eine neue Sprache lernen – zum Beispiel Englisch oder Französisch.
Du musst dir vorstellen, dass du diese Sprache gleichzeitig einem 5-jährigen Kind beibringst.

Denn ein Computer ist zwar schnell, aber dumm.
Er tut nur genau das, was du ihm sagst – nicht mehr, nicht weniger. Und niemals „zwischen den Zeilen lesen“.

Das heißt:
Du musst lernen, klar, logisch und in kleinen, präzisen Schritten zu denken. Klingt schwierig? Keine Sorge – das kommt mit der Übung.

⏳ Geduld, Geduld, Geduld

Programmieren ist ein Prozess voller Irrtümer.
Dein Code wird nicht immer auf Anhieb funktionieren. Du wirst oft Fehler machen.
Manche wirst du sofort sehen. Andere werden dich stundenlang zur Verzweiflung bringen, nur weil du irgendwo ein einziges Zeichen falsch gesetzt hast.

Und genau hier trennt sich der Weg:
Wer dranbleibt, ruhig bleibt und weitermacht, der lernt wirklich etwas.
Denn mit jedem Fehler verstehst du die Sprache der Computer besser.

👟 Fange klein an

Klar – mit Programmieren kann man beeindruckende Dinge bauen:
Apps, Spiele, Webseiten, KIs, Automatisierung, Datenanalysen, und vieles mehr.

Aber – du musst klein anfangen. Wirklich klein.

Stell dir vor, du hast gerade erst deinen Führerschein gemacht.
Du hast die Theorie bestanden, vielleicht ein paar Fahrstunden hinter dir – würdest du jetzt in ein Formel-1-Auto steigen und bei der Weltmeisterschaft mitfahren?

Wohl kaum.

Genauso ist es beim Programmieren:
Erst kommen die kleinen wackeligen Schritte – wie beim Laufenlernen.
Dann lernst du, sicher zu gehen. Und irgendwann sprintest du los – aber erst dann.

Setze dir also für den Anfang nicht zu grosse Ziele die du umsetzen möchtest, sondern acker dich vielleicht erst etwas durch ganz kleine, wenn auch langweilige, Projekte.

❤️ Neugier und Spaß

Du musst kein „Computer-Mensch“ sein – aber eine Portion Neugier hilft enorm.
Wenn du Lust hast herauszufinden, wie Dinge funktionieren, wenn du gerne experimentierst, ausprobierst, scheiterst und trotzdem weitermachst – dann ist Programmieren genau dein Ding.

Zusammengefasst brauchst du:

  • 🧘 Geduld, um mit Rückschlägen umzugehen
  • 🧩 Logisches Denken, um Probleme in kleine Schritte zu zerlegen
  • 👣 Realistische Erwartungen – erst kleine Schritte, dann große
  • 🔍 Neugier, um Fragen zu stellen und Antworten zu suchen
  • 🎯 Motivation, auch wenn’s mal hakt

🧠 Was sind die absoluten Basics?

Egal ob du später mit Python, JavaScript, C++ oder einer anderen Sprache arbeitest – es gibt ein paar Konzepte, die in ALLEN Programmiersprachen vorkommen. Sie sind wie die Grammatik beim Sprechen – ohne sie kommst du nicht weit.

Hier sind die wichtigsten Basics:

1. Variablen – Das Gedächtnis des Programms

Denk an Variablen wie kleine Boxen, in denen du etwas ablegst.

In einer Programmiersprache kannst du der Box (also der Variable) einen Namen geben und etwas hineinlegen – z. B. eine Zahl, einen Text oder später auch komplexere Dinge.

Das bedeutet: In der Box name liegt der Text „Lena“, in der Box alter liegt die Zahl 29.

Es gibt bei Variablen 2 verschiedene Typen (in den meisten Programmiersprachen):

  • Variablen (lassen sich ändern)
  • Konstanten (wenn ihnen ein Wert zugewiesen wird, kann man diesen nachträglich im code nicht ändern)

2. Datentypen – Was für Zeug steckt in der Box?

Es macht einen Unterschied, ob in der Box eine Zahl oder ein Wort liegt.
Hier ein paar typische Datentypen in Python:

  • Zahl (int): 5, 100, -42
  • Kommazahl (float): 3.14, 0.01
  • Text (string): "Hallo Welt"
  • Wahr/Falsch (bool): True, False

3. Funktionen – Wiederverwendbare Anweisungen

Eine Funktion ist wie ein Rezept: Einmal geschrieben, immer wieder nutzbar.

Was passiert hier?

  • Du definierst eine Funktion namens begruessung, die einen Namen nimmt und „Hallo“ sagt.
  • Dann rufst du sie auf mit dem Namen „Alex“.

Ausgabe wäre:

4. Bedingungen – Wenn dies, dann das

Wie beim Kochen: „Wenn das Wasser kocht, dann gib die Nudeln rein.“

Der Computer prüft, ob die Bedingung stimmt – und entscheidet sich dann für eine von zwei Aktionen.

5. Schleifen – Dinge mehrmals tun

Stell dir vor, du willst 10 Mal „Hallo“ sagen – willst du das 10 Mal schreiben?

Ergebnis:

6. Kommentare – Mit dir selbst reden

Kommentare helfen dir, später zu verstehen, was du da eigentlich gemacht hast.

🎯 Warum du nicht gleich alles verstehen musst

Wenn du am Anfang denkst: „Was soll das alles?“, ist das völlig normal.
Du lernst gerade eine neue Sprache – und die braucht Zeit.

  • Du wirst Fehler machen.
  • Du wirst Dinge dreimal lesen müssen.
  • Du wirst googeln, fluchen und dann irgendwann sagen: „Ah! Jetzt hab ich’s!“

📌 Was kommt in Teil 2?

In Teil 2 geht es unter anderem um:

  • Listen und Arrays – mehrere Dinge auf einmal speichern
  • Fehler und wie du damit umgehst (Spoiler: Jeder macht welche!)
  • Ein bisschen Mathe – aber keine Angst!
  • Logik in Programmen – Entscheidungen, Bedingungen und Verzweigungen
  • Erste kleine Projekte

📚 Fazit

Programmieren ist keine Magie – sondern eine neue Sprache mit klaren Regeln.
Je öfter du übst, desto besser wirst du sie verstehen und sprechen.

Fang klein an, bleib neugierig und hab Geduld – der Rest kommt mit der Zeit.

By w0lfzk1nd

I am not a god, a legend or something else. Just a guy that loves Computers and Wolves.

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